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	<title>Bloginjapan</title>
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		<title>Tradition</title>
		<description><![CDATA[Betrunkene Halbstarke, große illuminierte Wagen, Fast-Food, Shamisen-Klänge aus antiquierten Lautsprechern: Es ist Festival-Zeit. Bisher habe ich mir japanische Feierlichkeiten weitgehend entgehen lassen. Ich gehe ja auch nicht zum Karneval in Braunschweig oder zum Ernte-Dank-Fest in Bochum-Stiepel, warum also begeistert zu den fernöstlichen Äquivalenten rennen? Das Festival im Nachbardorf wollten wir dann aber doch sehen. Zu [...]]]></description>
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		<title>Big Brother</title>
		<description><![CDATA[In meiner ersten WG ging es nicht gerade zivilisiert zu. Wir hatten viel Spaß an unserer eigenen Unordentlichkeit, und manchmal haben wir in der Wohnküche mit alten Pizzakartons und rundlichem Abfall verschiedenster Art ein Spiel gespielt, das wir „Mülltennis“ nannten. Aber wir hatten eine funktionierende Klospülung und einen Elektroherd. In meiner momentanen Bleibe in Sasayama [...]]]></description>
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		<title>Clash of Generations</title>
		<description><![CDATA[Auf dem Feld tobt ein Machtkampf. Oma versus Hanno, Japan versus Westen, alt versus jung. Es geht um die richtige Art, die Trauben zu schneiden, und um Ehre und Respekt. Bisher haben wir beide gewonnen. Ogiharas Mutter ist 76. Sie schnauft bei jedem Schritt, ist nur noch 141 Zentimeter groß und steckt voller Altersstarrsinn. Nichts [...]]]></description>
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		<title>Kernlos</title>
		<description><![CDATA[Traubenfarmer im Sommer muss ein lauer Job sein: Man wartet, bis die Dinger reif sind, und dann wird geerntet. So dachte ich noch, als ich das erste Mal in Enzan gearbeitet habe. Stimmt aber nicht. Japanische Tafeltrauben brauchen beim Wachsen mehr Aufmerksamkeit als jedes Ritalin-Kind. Jeden Tag sind wir acht bis neun Stunden auf den [...]]]></description>
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		<title>Blut</title>
		<description><![CDATA[Manchmal lese ich die Eurosport-News, wenn ich Fußball-Ergebnisse wissen will. Und immer wieder bleibe ich auf den Kommentarseiten hängen, ich kann nicht anders, es ist Selbstgeißelung, abstoßend, dramatisch dumm, aber ich lese weiter: jeder Post ein potentieller Polit-Skandal. Das „Die-Welt-zu-Gast-bei-Freunden-Deutschland“ zeigt seine rassistische Fratze, fordert Boatengs Kopf, greift in seinen Tiraden gegen die Vuvuzuelas tief [...]]]></description>
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		<title>Feuer</title>
		<description><![CDATA[Landwirtschaft in Japan geht nicht ohne Feuer. Von der Hobbygärtnerin bis zum Großbauern wird gezündelt, was das Zeug hält. Ständig brennen irgendwo kleine Haufen, manchmal auch ganze Berghänge. Das Noyaki – so heißt der kontrollierte Feldbrand – ist fest verankert in der landwirtschaftlichen Tradition Japans. Ein zünftiges Noyaki ist in mehrerlei Hinsicht praktisch. Man spart [...]]]></description>
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		<title>Osaka orthopädisch</title>
		<description><![CDATA[Wer auch im Privatleben auf Sit-Com steht, dem sei der Arztbesuch in einer fremden Großstadt empfohlen. In Osaka zum Beispiel, meiner momentanen Station. Man lernt nützliche neue Wörter („Diagnose“ &#8211; 診断), medizinische Fachbegriffe („Meniskusruptur“ &#8211; 半月版損傷) und erschreckende Ausdrücke („Operation“ &#8211; 手術). Auf Sightseeing-Tour in Naras weltberühmten historischen Stätten, mitten zwischen Tempeln, Buddhas und zahmen [...]]]></description>
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		<title>Uniformen</title>
		<description><![CDATA[Sie sind überall, wie blau-weiße Ameisen: Strömen die Treppen zum Peace-Park herauf und herunter, umschwärmen die Statue, formieren sich für Fotos, folgen den Anweisungen, die verzerrt aus den Megaphonen der Aufsichtspersonen plärren, reißen mich mit. Eigentlich wollte ich mir den Ort des Atombombenabwurfs auf Nagasaki ansehen – das Hyperzentrum, den Park, der dort heute an [...]]]></description>
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		<title>Sex</title>
		<description><![CDATA[Der abgewetzte rote Drehstuhl in downtown Beppu gehört zu den seltsamsten Orten, an denen ich je ein Bier getrunken habe. Im Gebäude hinter mir schütteln kichernde Prostituierte ihre Futons aus. Sie tragen Jogginganzüge und unterhalten sich von Fenster zu Fenster. In der Wohnung, die genau über meinem roten Stuhl liegt, versuchen mehrere leichte Mädchen und [...]]]></description>
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		<title>Country Roads</title>
		<description><![CDATA[Es ist ein Schlagwort, wie es ausgelutschter kaum sein könnte: „Servicewüste Deutschland“ – weniger eine Aussage über den deutschen Service als vielmehr ein Hinweis auf eine chronische Lust am Nachplappern überflüssiger Nörgeleien. Als ehemaliger Klassenreisender mit dem üblichen Grad an Erfahrung mit deutschen Jugendherbergen, ihren fettschürzigen Kantinendrachen, ihrem Hang zum Linoleumboden und dem vielbeschworenen „Tee“ [...]]]></description>
		<link>http://hannojentzsch.de/bloginjapan/2010/05/country-roads/</link>
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